Cochlea Implantat Erfahrung
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Was ist ein Cochlea-Implantat

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Was ist ein Cochlea-Implantat?

Hier sehen wir uns an, was genau ein Cochlea-Implantat ist. Wenn du mehr Informationen haben möchtest oder speziell zu einem Thema, auf den aktuellen Stand gebracht werden willst, dann schau dich gerne auf meiner Homepage um. Gerade bei einem technischen Hilfsmittel wie dem Cochlea Implantat, gibt es dank der fortschreitenden Technik ständig Neues und Wissenswertes zu erfahren.

Ein Cochlea-Implantat ist ein medizinisches Hilfsmittel, welches sogar dann einen Hörerfolg und Hilfe bringen kann, wenn konventionelle, bzw. normale Hörgeräte längst nicht mehr helfen. 

Das Wort Cochlea stammt aus dem Lateinischen und beschreibt in der Medizin, die Gehörschnecke im Ohr. Bei einem Cochlea-Implantat handelt es sich nicht einfach um ein stärkeres oder lauteres Hörgerät, sondern wie der Name bereits vermuten lässt, um ein Implantat. Dies kommt immer dann zum Einsatz, wenn konventionelle, bzw. normale Hörgeräte nicht mehr helfen können, weil sie entweder nicht laut genug sind, oder sich z.B. die Hör-Härchen im Ohr gelegt haben. Bei einem CI (Cochlea-Implantat) wird ein Teil des Gerätes unter die Kopfhaut und ein anderer Teil in die Gehörschnecke eingesetzt. Dieser Vorgang erfolgt durch eine stationäre Operation in einer Klinik. Um Einstellungen für z.B. Lautstärke oder Geräuschfilter ändern zu können, wird in Kombination mit dem Implantat ein sogenannter Sprachprozessor benötigt. Dieser Sprachprozessor ist die zentrale Steuereinheit eines Cochlea-Implantats. Der Prozessor lässt sich am ehesten mit der Form eines Hörgerätes beschreiben. Er wird z.B. wie bei meinem aktuellen Modell (Cochlear Nucleus CP810) hinter dem Ohr getragen. Ein voll funktionsfähiges Cochlea-Implantat setzt sich also aus einem „unsichtbaren“ Teil an Kopf und Gehörschnecke und einem aussen, meist hinter dem Ohr angebrachten Prozessor zusammen. 

Drei verschiedene Cochlea-Implantat Hersteller

Drei verschiedene CI Modelle der Hersteller: MedEl, Cochlear, Advanced Bionics

Dass der Sprachprozessor nicht implantiert wird hat folgende Gründe: 

  • die Batterie oder wahlweise der Akku muss regelmäßig gewechselt werden
  • ein CI-Techniker kann hierüber schnell und einfach die Programme individuell für den Patienten einstellen
  • bei einem Defekt des Sprachprozessors kann das Gerät ohne eine Operation ausgetauscht werden
  • der CI-Träger kann selbstständig und ohne Fernbedienung durch seine Hörprogramme schalten und die Lautstärke anpassen
  • auch aus Platzgründen wird der CI-Sprachprozessor nicht mit implantiert. 

So, jetzt wissen wir bereits, dass es einen Teil in- und einen Teil ausserhalb des Körpers gibt. Du fragst dich bestimmt, wie diese beiden Teile miteinander verbunden werden. Dies geschieht mit Hilfe einer Magnetspule und einem dünnen Kabel. Das Kabel geht vom Sprachprozessor bis zur Stelle auf dem Kopf, wo ein Teil des Implantates ca. seinen Sitz hat. Hier ist die Magnetspule, welche ganz leicht aussen am Kopf haftet. Sie kann z.B. beim Schlafen einfach abgenommen werden. Zwischen der Spule und dem Implantat liegt jetzt nur noch die eigentlich recht dünne Kopfhaut. Dieser jetzt vorliegende, magnetische Kontakt, ist ausreichend, um Signale vom Sprachprozessor zum Implantat senden zu können.

Getragen: CP810 Modell von der Firma Cochlear. Sprachprozessor & Magnetspule

Getragen: CP810 Modell von der Firma Cochlear. Sprachprozessor & Magnetspule

Wie genau funktioniert ein Cochlea-Implantat?

Beginnen wir mit dem Empfangen eines Tons. Der Sprachprozessor nimmt den Ton über sein integriertes Mikrofon auf. Mein derzeit aktuelles Modell (Cochlear Nucleus CP 810) verfügt über zwei Mikrofone. Dies soll gewährleisten, dass der Schall und der daraus resultierende Ton ideal von allen Seiten aufgefangen werden kann. Der Sprachprozessor wandelt (stark vereinfacht gesagt) den Ton in ein digitales Signal um. Dieses Signal gelangt über das Spulenkabel vom Sprachprozessor zur Magnetspule. Haftet der Magnet nun an der Stelle der äusseren Kopfhaut, wo sich darunter der implantierte Chip befindet, so ist eine Verbindung erfolgreich hergestellt. Der Chip gibt das empfangene Signal über Elektroden an die Gehörschnecke weiter. Mein CI-Modell der Firma Cochlear besitzt 22 Elektrodenpunkte, welche für die verschiedenen Ton- und Klangstufen verantwortlich sind. Die Gehörschnecke im Ohr wird nun durch die Elektrode mit einem Reiz stimuliert, wodurch der CI-Träger einen Ton wahrnimmt.

Wann ist ein Cochlea-Implantat möglich

Grundvorraussetzung hierzu ist, dass der Hörnerv noch funktionsfähig ist und die Gehörschnecke noch nicht vollständig verhärtet ist. Das natürlich vorhandene Restgehör, muss „natürlich“ ebenfalls entsprechend schlecht sein. Niemand würde sich ein CI implantieren lassen, wenn er es nicht wirklich bräuchte. Vor der OP wird sichergestellt, dass man alle Optionen ausgeschöpft hat. Bedeutet im Klartext: auch mit entsprechend starken Hörgeräten, sind bestimmte Werte bei einem Hörtest nicht mehr zu erreichen. Hier liegt meist eine starke Schwerhörigkeit oder gar Taubheit vor. Ob man für ein Cochlea-Implantat in Frage kommt, ist zunächst durch den HNO-Arzt abzuklären. Auch die Klinik, welche CI-Operationen durchführt, prüft den Patienten nochmals ausgiebig, ob er sich mit einem solchen Implantat versorgen lassen kann. Sollte aus körperlichen Gründen, ein Cochlea-Implantat nicht in Frage kommen, so besteht noch die Möglichkeit auf ein sogenanntes Hirnstamm-Implantat.

Wie hört man mit einem Cochlea-Implantat?

Das ist wohl die am häufigsten gestellte Frage: wie hört man mit einem CI? Sowohl angehenden Patienten, als auch Menschen aus meinem Umfeld, bis hin zu Ärzte, Logopäden und Techniker, stellen diese Frage. Verständlich, denn niemand ausser ein CI-Träger kann das wirklich wissen. Das Hören damit ist grundsätzlich anders, als das natürliche Hören. Es ist auch nicht mit dem Klang eines Hörgerätes vergleichbar. Man muss das neue Hören lernen. Dies passiert bei manchen CI-Trägern recht schnell, bei anderen kann es sehr mühselig und langwierig werden. Bei der sogenannten Erstanpassung (wenn 4-8 Wochen nach der OP, das Cochlea-Implantat zum ersten mal eingeschaltet wird), beschreiben viele Menschen, dass sich die Töne wie z.B. Micky Maus anhören. Das menschliche Gehirn ist so fabelhaft, dass schon bald neue Synapsen-Verbindungen im Kopf entstehen und man die anfänglich schrillen, hohen und lauten Töne als normal und alltäglich empfindet. Obwohl es sich extrem seltsam anhörte, konnte ich mich bei meiner Erstanpassung, bereits mit dem Techniker und meiner Begleitperson unterhalten. Ein toller und aufregender Tag!

Der Hörerfolg bei einem Cochlea-Implantat ist von sehr vielen und zugleich verschiedenen Punkten abhängig:

  • hört der Patient bereits seit seiner Kindheit mit einem CI
  • hatte der Patient zuvor ein ausgebildetes Sprachverständnis
  • hat man überhaupt schon jemals einen Ton gehört
  • war der CI-Träger vorher im Leben einmal normalhörend
  • wie lange wurde in Stille gelebt
  • Alter, Wille und Lernbereitschaft

Man geht ca. davon aus , dass ca. 2 Jahre nach der OP, der CI Lernprozess abgeschlossen ist. Deshalb ist es gerade zu Beginn wichtig, sich mit den neuen Klängen und Geräuschen intensiv zu beschäftigen. Hierbei gibt es einige tolle Methoden, welche man z.B. vom Logopäden beigebracht bekommt. Aber auch das Tragen des Implantates im Alltag, kann am Anfang sehr spannend sein. Immer wieder stolpert man über Töne, welche man zuerst nicht zuordnen kann. Wie aufregend und spannend!

Ich hoffe, dir hat der Beitrag helfen können. Für weitere Informationen, schau dich gerne auf meiner Homepage hier um.

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2 comments
Christaub says 8. Februar 2018

Toller Beitrag, weiter so!

Reply
CI-Hersteller: So triffst du die richtige Entscheidung | Erfahrungsbericht says 17. Februar 2018

[…] werde ich gefragt, welche Firma bzw. welcher Cochlea Implantat Hersteller, der beste ist? Das Wichtigste also direkt zu Beginn des Artikels. Denn wenn du das […]

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